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das gastrophilosophische Forum

Gerade aufgrund der zunehmenden Dichte an Botschaften und der damit einhergehenden Reizüberflutung versuchen mittlerweile viele Unternehmen, mit provokanten Botschaften im Kampf um die Aufmerksamkeit zu bestehen. Denn die Vielzahl an Kanälen und Kommunikationsmöglichkeiten – die im Fall von sozialen Netzwerken auch Privatpersonen zur Verfügung stehen – bietet natürlich auch multiplizierende Effekte: Erregt eine Kommunikationsmaßnahme viel Aufmerksamkeit, wird sie von den KonsumentInnen weiter verbreitet. Und Reichweite ist ein wertvolles Gut in der Welt der Kommunikation. Im besten Fall verbreiten es die KonsumentInnen wohlwollend, im schlechteren Fall entsteht ein so genannter Shitstorm. Also dass sich Menschen negativ über die Kampagne oder das Unternehmen äußern und sich dieser Kritik – über soziale Netzwerke – viele anschließen.

„Die Menschen sind heute bei vielen Themen viel empfindsamer geworden. Wir sind gerne provokant. Es darf aber nie geschmacklos oder herabwertend sein“, so Wiegert. Ähnlich sieht es auch Dorli Muhr, wobei für sie mutige Kommunikation nicht nur mit der Art zusammenhängt, wie man Inhalte verbreitet, sondern auch welche Inhalte man verbreitet: „Eine Meinungsumfrage zu machen und abzufragen, was die Leute hören wollen und ihnen dann das zu erzählen, das ist für mich nicht mutig. Mutig ist für mich, etwas zu machen von dem man inhaltlich überzeugt ist und dann zu versuchen, die Zielgruppe davon zu überzeugen.“