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das gastrophilosophische Forum

Womit man schon bei einem Punkt wäre, der auch Mirco Wolf Wiegert im Hinblick auf die Kommunikation rund um fritz kola besonders wichtig ist. Er betont, dass man sich in der Außendarstellung so zeigen sollte, wie man auch wirklich ist. Oder anders gesagt: „Wir wollen wirklich authentisch sein.“ Damit ist fritz kola gewiss nicht alleine. Nahezu alle, die in irgendeiner Form mit Marketing und Kommunikation zu tun haben, behaupten von sich, dass sie total echt und authentisch sind. Manche wirken dabei glaubwürdig, andere weniger. fritz kola zählt zweifellos zu ersteren: „Natürlich wird man Dinge, die man nach außen kommuniziert, immer ein bisschen aufhübschen, aber grundsätzlich muss das Image von Innen kommen. Es muss auch halten, wenn man hinter die Fassade blickt“, so Wiegert. Sich im Hinblick auf die Außendarstellung vermeintliche Best-Practice-Beispiele anzusehen, kann daher zwar inspirierend wirken, Nachahmungsversuche sind jedoch selten zielführend. „Oft kommen Leute und sagen: Ich möchte auch das haben, was der Nachbar hat. Aber du bist nicht der Nachbar. Man muss herausarbeiten: Was ist die DNA des Unternehmens? Wofür steht es wirklich?“, so Muhr. Und gerade in der Gastronomie, wo man auch sehr viel im direkten Kundenkontakt steht, können BesucherInnen sehr leicht beurteilen, ob das transportierte Image auch tatsächlich gelebt wird. „Natürlich kann ich als Gastronom oder Gastronomin irgendeinen Quatsch nach draußen kommunizieren, aber es muss halt letztlich zum Drinnen passen. Es muss ein rundes Bild abgeben“, erklärt Wiegert.

Bei all den Gedanken, die man sich über Kommunikation machen sollte (man kann nun mal „nicht nicht kommunizieren“), darf aber eines nicht vergessen werden: Letztendlich muss das Produkt passen. Oder, um es mit einer Anekdote von Wiegert, zu erzählen: „Als ich ein Kind war, gab es ein supertolle Sockenwerbung. Ich hab meine Eltern so lange genervt, bis ich diese Socken gekriegt habe – aber die Socken waren Schrott. Wenn ein Produkt – oder ein Lokal – ein tolles Image hat, aber von der Qualität nicht den aufgebauten Erwartungen entspricht, dann kaufst du das vielleicht ein Mal. Aber das war’s.“

Kurzbio:
Dorli Muhr ist PR-Expertin und Winzerin. Vor 28 Jahren gründete sie die Agentur „Wine&Partners“ und betreibt das Weingut „Dorli Muhr“.

Mirco Wolf Wiegert ist Gründer und Geschäftsführer von fritz kola. Die Cola von fritz wird mittlerweile gerne als „Kult-Limonade“ bezeichnet.

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Foto: PoolOne Giant Media GmbH